Yoga

Unsere sich rasant verändernde Umwelt und der damit verbundene Lebensstil setzen dem Menschen mit verschiedenen körperlichen und geistigen Leiden zu, deren wirksame Behandlung die Möglichkeiten der modernen Wissenschaft übersteigen. Yoga hingegen wartet einerseits mit einer Vielzahl von Praktiken auf, um das Entstehen solch gravierender Störungen zu verhindern, und anderseits werden Mittel und Wege geboten, um bereits bestehende Krankheiten wirksam zu bekämpfen und zu beseitigen.
Diese zeitlose Überlegenheit der Yoga-Praxis wird treffend durch eine indische Redensart charakterisiert:"Nasti Yogat Param Balam" ( d.h. es gibt keine grössere Kraft als Yoga).

Die alten Weisen und Seher, die das Yoga-System entwickelten, hatten keine Laboratorien und keine Errungenschaften moderner Technik zu ihrer Verfügung, aber an den Wirkensweisen der verschiedenen Übungen ersieht man, dass sie über die vitalen Funktionen von Körper und Geist genau Bescheid wussten. Der Nutzen der Yoga-Methode erstreckt sich nicht nur auf den Aufbau von Muskulatur und Knochen, sondern auch auf die Stärkung von vegetativ arbeitenden Körperorganen wie z.B. den gesamten Verdauungsapparat, die verschiedenen Drüsen und das Nervensystem.

Die Übungen können Krankheiten heilen oder verhindern, aber ihr eigentlicher Wert besteht darin, dass sie die integrale Gesundheit des Menschen durch ein Anwachsen seiner vitalen Kräfte und einer damit einhergehenden Steigerung des Wohlbefindens fördern und so eine Entwicklung in Gang setzen, wie es weder Sport noch Schulmedizin vermögen. Es ist heutzutage eine allgemein anerkannte These, dass Körper und Geist aufeinander einwirken und in ständigem Wechselspiel stehen. Die Yoga-Lehre vertritt die Auffassung, dass durch die Kraft des Geistes enorme Auswirkungen auf Leib und Leben des Menschen erzielt werden können. Das betrifft nicht nur das physische und materielle Wohlbefinden, sondern kann auch auf Stadien übergreifen, die jenseits der durchschnittlichen, normalen Wahrnehmung liegen. Solche, an Wunder grenzenden Phänomene sind in ihrer Art nicht übernatürlich oder gar abnormal, sie zeigen höchstens auf, dass die Grenzen der Normalität von den meisten Menschen sehr eng gesetzt werden. Der grösste Teil der Menschheit hat seit Generationen eine Lebensform als "normal" akzeptiert, die in ihrer Beschränktheit eine gewaltige Verstümmelung und Redimensionierung all dessen ist, was das Leben im Grunde genommen sein könnte.
Die Yoga-Praxis schenkt die Möglichkeit, aus der Enge dieser allzu menschlichen Begrenzungen auszubrechen. Jeder Praktizierende muss sich aber stets im Klaren sein, dass alle diese Übungen und Prozeduren von weitreichender Wirkung und tiefgreifender vitaler Bedeutung sind, was eine grosse Sorgfalt, Aufmerksamkeit und Präzision beim Üben erfordert. Aus diesem Grund ist ein fähiger Lehrer oder Guru notwendig, der den Sadhaka, den nach Verwirklichung Strebenden, gefahrlos in die erregenden Geheimnisse des Yoga einweiht.